Statt Windows/Linux erscheint nur 'grub rescue>'? So bootest du das System manuell und reparierst GRUB dauerhaft.
Aufwand:
ca. 20 Min.
Voraussetzung:
ggf. Live-USB, Root-Rechte
Gilt für:
Linux mit GRUB 2, Befehle zum Neuschreiben je nach Distribution verschieden (update-grub nur bei Debian, Ubuntu und Ablegern)
Das Symptom
Der PC startet, kein Bootmenü, kein Betriebssystem – nur eine karge Zeile auf
schwarzem Grund: grub rescue> und ein blinkender Cursor. Normale Befehle
funktionieren nicht, ls scheint das Einzige zu sein, was reagiert. Weder
Linux noch Windows lassen sich starten.
Die „Layer 8“-Wahrheit
grub rescue> ist die Notfall-Sprechstunde des Bootloaders: GRUB ist zwar
gestartet, hat aber seine eigenen Moduldateien und die Konfiguration verloren –
meist, weil sich die Partition verschoben hat oder ihre Nummer sich änderte
(nach dem Verkleinern einer Partition, dem Löschen einer alten Distribution oder
einem Windows-Update, das ungefragt den Bootsektor an sich reißt). Die Festplatte
und das System sind fast immer völlig intakt – GRUB hat nur die Wegbeschreibung
verlegt. Mit ein paar set-Befehlen zeigt man ihm den Weg zurück, danach macht
grub-install die Reparatur dauerhaft.
Die echte, verifizierte Lösung
1000 % faktenbasiert. Jeder Befehl ist real, jeder Pfad existiert. Schritt für Schritt:
1.
Partitionen auflisten
In der grub-rescue-Eingabe zunächst alle erkannten Laufwerke und Partitionen anzeigen:
ls
2.
Die richtige Boot-Partition finden
Jede Partition durchsehen, bis das Verzeichnis mit den GRUB-Dateien auftaucht (dort liegt /boot/grub):
ls (hd0,gpt2)/
ls (hd0,gpt2)/boot/grub
3.
System manuell booten
prefix und root auf die gefundene Partition setzen, das Normalmodul laden und normal starten (Partitionsangabe anpassen):
set prefix=(hd0,gpt2)/boot/grub
set root=(hd0,gpt2)
insmod normal
normal
4.
GRUB dauerhaft neu installieren
Im wieder laufenden Linux-System GRUB auf die Platte schreiben und die Konfiguration neu erzeugen, damit der Fehler nicht wiederkehrt. Die Befehle heißen nicht überall gleich: update-grub ist ein Kurzbefehl der Debian- und Ubuntu-Familie und fehlt etwa auf Fedora und Arch. Dort wird die Konfiguration direkt mit grub2-mkconfig (Fedora, dort heißt auch grub-install grub2-install) beziehungsweise grub-mkconfig (Arch) erzeugt. Für Arch nennt das ArchWiki bei grub-install zusätzlich die Zielplattform (--target) und auf UEFI-Rechnern die EFI-Partition (--efi-directory):
sudo grub-install /dev/sda # Fedora: grub2-install
# Konfiguration neu erzeugen, je nach Distribution:
sudo update-grub # Debian, Ubuntu und Ableger
sudo grub2-mkconfig -o /boot/grub2/grub.cfg # Fedora
sudo grub-mkconfig -o /boot/grub/grub.cfg # Arch
5.
Bei Windows-Dual-Boot: Bootsektor prüfen
Hat ein Windows-Update GRUB überschrieben, kann ein Live-USB mit 'boot-repair' den Bootloader automatisch reparieren. Alternativ per chroot GRUB wie oben neu installieren.
Häufige Fragen (FAQ)
?Warum lande ich in der 'grub rescue>'-Eingabe?
GRUB findet seine Konfigurations- und Moduldateien nicht mehr. Typische Ursachen: eine verschobene oder gelöschte Partition, ein Windows-Update, das den Bootsektor überschrieben hat, oder eine geänderte Partitionsnummerierung.
?Wie finde ich heraus, auf welcher Partition mein /boot liegt?
In der grub-rescue-Eingabe listet 'ls' alle Partitionen (z. B. (hd0,gpt2)). Mit 'ls (hd0,gpt2)/' prüfst du den Inhalt, bis du das Verzeichnis mit /boot/grub findest.
Belege
Diese Seite ist gegen die folgenden Primärquellen geprüft – Hersteller, Standard oder Gesetzestext. Wer es nicht glaubt, muss es nicht: Da steht, wo es nachzulesen ist.
Nach einem Windows-Update bootet der PC nur noch Windows, Linux ist weg? Meist hat Windows nur seinen Booteintrag nach vorn gesetzt — GRUB kommt zurück.