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Linux startet nach dem Kernel-Update nicht mehr

Nach einem Kernel-Update bleibt der Start hängen. Der vorherige Kernel liegt meist noch im Bootmenü – darüber kommt man zurück.

Aufwand:
ca. 45 Min.
Voraussetzung:
Bootfähiger USB-Stick

Das Symptom

Ein Systemupdate ist durchgelaufen, darunter ein neuer Kernel. Nach dem Neustart bleibt der Bildschirm schwarz, das System hängt beim Start, oder es landet in einer Konsole ohne grafische Oberfläche.

Die „Layer 8“-Wahrheit

Das sieht nach Katastrophe aus und ist meistens ein Zwei-Minuten-Problem – wenn man weiß, dass die Rettungsleine bereits ausgelegt ist.

Distributionen sind an dieser Stelle klüger als ihr Ruf: Sie löschen den alten Kernel beim Update nicht, sondern stellen ihn im Bootmenü unter den erweiterten Optionen weiterhin zur Auswahl. Ein Kernel-Update ist damit ein Angebot, keine Einbahnstraße. Wer das weiß, wählt beim nächsten Start einfach den vorherigen Eintrag und sitzt Sekunden später wieder in einem funktionierenden System.

Der Schuldige ist dabei selten der Kernel selbst. In der überwiegenden Zahl der Fälle ist es ein Modul, das zum Kernel passen muss und es nicht mehr tut – allen voran ein proprietärer Grafiktreiber. Solche Module müssen für jeden neuen Kernel neu übersetzt werden. Scheitert das im Hintergrund, meldet sich niemand. Der Rechner startet dann brav, bis er die Grafik hochfahren will, und bleibt schwarz.

Bleibt der eine Fehler, den man wirklich nicht machen sollte: den alten Kernel löschen, um Platz zu schaffen. Die /boot-Partition ist oft klein, sie läuft irgendwann voll, und der Reflex ist, aufzuräumen. Wer dabei den letzten funktionierenden Kernel mitnimmt, zersägt den Ast, auf dem er beim nächsten missglückten Update sitzen wird.

Die echte, verifizierte Lösung

1000 % faktenbasiert. Jeder Befehl ist real, jeder Pfad existiert. Schritt für Schritt:

  1. 1.

    Den alten Kernel im Bootmenü wählen

    Die Rettung ist meist schon da. Distributionen behalten den vorherigen Kernel und bieten ihn im Bootmenü unter den erweiterten Optionen an. Von dort startet das System in aller Regel wieder normal.

  2. 2.

    Das Bootmenü sichtbar machen

    Erscheint kein Menü, wird es beim Start mit gedrückter Umschalttaste oder durch mehrmaliges Drücken der Escape-Taste hervorgeholt. Ohne Menü fehlt die einfachste Rettungsleine.

  3. 3.

    Die Ursache eingrenzen

    Startet das System mit dem alten Kernel problemlos, liegt es am neuen. Häufigste Gründe: ein proprietärer Grafiktreiber, der noch nicht gegen den neuen Kernel gebaut wurde, oder ein zusätzliches Kernelmodul, das nicht mehr passt.

  4. 4.

    Die Treibermodule neu bauen lassen

    Zusatzmodule – etwa für Grafikkarten oder Virtualisierung – müssen zu jedem Kernel neu übersetzt werden. Läuft dieser Mechanismus nicht sauber durch, fehlt dem neuen Kernel der Treiber. Die Pakete neu installieren stößt den Bau erneut an.

  5. 5.

    Den funktionierenden Kernel nicht löschen

    Nie den letzten funktionierenden Kernel entfernen, um Platz zu schaffen. Er ist die Rückfallebene. Wer beim Aufräumen der /boot-Partition den alten Kernel mit löscht, nimmt sich genau die Rettung, die er beim nächsten Mal braucht.

  6. 6.

    Eine volle /boot-Partition prüfen

    Ein häufiger und tückischer Auslöser: Die /boot-Partition ist voll, das Update kann den neuen Kernel nicht vollständig schreiben, und das Ergebnis ist ein halb installierter, nicht startfähiger Kernel. Freien Platz prüfen und alte Kernel gezielt entfernen.

    df -h /boot

Häufige Fragen (FAQ)

?Kann ich den kaputten Kernel einfach entfernen?

Ja – aber erst, wenn das System über den alten Kernel wieder läuft. Von dort aus lässt sich das fehlerhafte Kernelpaket entfernen oder erneut installieren. Wichtig ist die Reihenfolge: erst wieder ein laufendes System, dann aufräumen.

?Warum liegt es so oft am Grafiktreiber?

Weil proprietäre Grafiktreiber ein Modul enthalten, das zu genau einem Kernel passen muss. Nach einem Kernel-Update muss dieses Modul neu gebaut werden – dafür gibt es DKMS, ein Rahmenwerk, das Kernelmodule für jeden Kernel des Systems dynamisch übersetzt. Scheitert dieser Bau still im Hintergrund, startet das System zwar, bleibt aber beim Grafikserver mit schwarzem Bildschirm hängen.

Belege

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