Das Symptom
Das Update bricht mit 0x80070020 ab, und der Nutzer greift zur schweren Artillerie: Update-Komponenten zurücksetzen, SoftwareDistribution löschen, ISO herunterladen, Inplace-Upgrade. Dabei läuft im Hintergrund ein Drittanbieter-Virenscanner oder ein Backup-Programm, das genau die Datei gerade prüft, die das Update ersetzen will. Der Code sagt das sogar, nur liest ihn niemand nach.
Die „Layer 8“-Wahrheit
Microsofts Fehlercodeliste für Windows Update führt 0x80070020 unter der Meldung „InstallFileLocked“ mit der Beschreibung: „Couldn’t access the file because it is already in use. This can occur when the installer tries to replace a file that an antivirus, antimalware or backup program is currently scanning.“ Es ist also kein Schaden an Windows, sondern eine Dateisperre durch ein anderes Programm zur falschen Zeit.
Daraus folgt die Reihenfolge der Hilfe. Ein Neustart beendet den Prozess, der die Datei hält, und löst die Sperre in den meisten Fällen. Hilft das nicht, wird der Echtzeitschutz des Drittscanners oder die laufende Sicherung kurz pausiert und das Update wiederholt. Erst wenn der Code danach noch kommt, sind die üblichen Reparaturschritte dran: Problembehandlung, Komponenten-Reset, die ganze Liste, die bei Codes mit anderer Ursache zuerst steht. Hier stehen sie zuletzt, weil keiner von ihnen eine Dateisperre löst.
Die dritte Programmart aus der Beschreibung wird dabei am häufigsten übersehen: Backup. Cloud-Synchronisation, Imaging-Software und Sicherungsdienste öffnen Dateien zum Lesen, während sie sichern, und genau dann will das Update sie ersetzen. Wer die Sicherung zeitgesteuert laufen lässt, legt das Update außerhalb dieses Fensters; wer sie gerade angestoßen hat, wartet sie ab.
Der eigentliche Fehler sitzt vor dem Bildschirm und heißt Reflex: Ein Code wird als Katastrophe gelesen, statt nachgeschlagen zu werden. Die Liste bei Microsoft Learn ordnet jedem Windows-Update-Code eine Meldung und eine Beschreibung zu; 0x80070020 steht dort direkt vor den WU_E_-Codes des Update-Agenten, und die Beschreibung ist ein Satz. Eine Minute Lesen gegen eine Stunde Komponenten-Reset, der für einen anderen Fehler gedacht ist.
Dass die Liste bei Microsoft Learn liegt und nicht in Windows selbst, ist der eigentliche Grund, warum so viele Nutzer den falschen Weg gehen: Die Meldung auf dem Bildschirm zeigt die Zahl, nicht den Satz. Wer die Zahl in die Suchmaschine tippt, landet in Foren, in denen jemand mit derselben Zahl ein anderes Problem hatte und den Komponenten-Reset empfiehlt. Wer sie in Microsofts Liste nachschlägt, liest den Satz mit dem Virenscanner und ist in zwei Minuten fertig. Beides dauert gleich lang zu tippen.