Das Symptom
Das neue iPhone ist eingerichtet, die Apps sind da, die Fotos auch. Die Apple Watch zeigt dagegen leere Aktivitätsringe, die Trainingshistorie der letzten Jahre fehlt, Auszeichnungen sind verschwunden. Oder die Uhr lässt sich gar nicht erst mit dem neuen iPhone verbinden, weil sie sich noch dem alten zugehörig fühlt, und das alte iPhone liegt längst beim Händler oder ist zurückgesetzt.
Typisch ist die Reihenfolge: Erst wurde das alte Gerät gelöscht, weil die Inzahlungnahme drängte, dann fiel auf, was fehlt. Die Uhr hat doch alles gemessen, also müsste sie es auch noch wissen. So einfach ist es nicht.
Die „Layer 8“-Wahrheit
Die Apple Watch ist für ihre Sicherung kein eigenständiges Gerät. Apple formuliert es ohne Umschweife: „Your Apple Watch is backed up automatically to your iPhone.“ Die Sicherung der Uhr liegt auf dem gekoppelten iPhone und gelangt nur dann weiter, wenn das iPhone selbst gesichert wird: „When you back up your iPhone to iCloud or your computer, your iPhone backup includes your Apple Watch data.“ Wer das alte iPhone ohne frisches Backup löscht, löscht damit auch die einzige vollständige Sicherung der Uhr. Eine Ausnahme macht Apple nur für Uhren, die für ein Familienmitglied eingerichtet wurden; die sichern sich direkt in dessen iCloud-Konto.
Die zweite Falle steckt im Kleingedruckten. Health- und Fitnessdaten stehen zwar auf Apples Liste dessen, was die Uhr-Sicherung enthält, doch mit einer Bedingung: „To back up Health and Fitness data, you need to use iCloud or an encrypted backup on your computer.“ Ein unverschlüsseltes Backup am Computer überträgt Zifferblätter, Einstellungen und App-Anordnung, lässt die Gesundheitshistorie aber zurück. Apple wiederholt die Anweisung in der Umzugsanleitung: „If you back up using your computer, encrypt your backup to save your Health and Activity content.“ Warum das so ist, begründet Apple an dieser Stelle nicht; die Regel selbst steht aber in beiden Artikeln.
Der Ausweg ist iCloud. Ist auf dem alten iPhone unter iCloud die Synchronisierung für Health eingeschaltet, liegen die Daten laut Apple in iCloud und erscheinen auf jedem Gerät mit demselben Apple Account, auf dem neuen iPhone unter Umständen erst nach einigen Tagen. Wer das vorher geprüft hat, kann selbst einen missglückten Umzug verschmerzen. Wer weder iCloud-Synchronisierung noch ein verwertbares Backup hat, bekommt von Apple einen Satz ohne Hintertür: „If you don’t have your old iPhone or you can’t back it up, you can’t recover your Health and Activity content.“
Auch die Kopplung selbst folgt dieser Logik. Solange das alte iPhone noch da ist, hilft das Entkoppeln in der Apple-Watch-App: Laut Apple wird die Uhr dabei zuerst gesichert, „If you unpair the devices, a backup is performed first.“ Außerdem entfernt das Entkoppeln die Aktivierungssperre und löscht die Uhr. Hängt die Uhr dagegen noch an einem iPhone, das es nicht mehr gibt, beschreibt Apple nur einen Weg: löschen, neu koppeln und aus der letzten Sicherung wiederherstellen, mit dem ausdrücklichen Hinweis: „You will lose Activity, Workouts, or settings on your watch that changed between the last backup and now.“ Dazu kommen Dinge, die nie im Uhr-Backup stehen, etwa Bluetooth-Kopplungen, Apple-Pay-Karten und der Code der Uhr.
Der Fehler ist also nicht der Wechsel, sondern die Reihenfolge. Erst aktualisieren, dann Health-Synchronisierung prüfen, dann sichern, und zwar in iCloud oder verschlüsselt, dann das neue iPhone aus dieser Sicherung einrichten, und erst ganz am Ende das alte iPhone löschen. Wer diese Reihenfolge einhält, hat getan, was Apple für den Umzug von Ringen und Trainings verlangt.