Das Symptom
Der Mensch richtet auf Android 15 den privaten Bereich ein, installiert dort Messenger, Dating-App oder Gesundheits-App und sperrt den Bereich, wie es gedacht ist. Danach kommen von diesen Apps keine Nachrichten mehr, keine Erinnerungen, nichts. Er glaubt, die App sei kaputt oder die Akkuoptimierung schlage zu. Zweiter Irrtum: Er meint, eine vorhandene App in den privaten Bereich verschoben zu haben, und wundert sich, dass dort das Konto fehlt, die Daten fehlen und die App in der Hauptansicht weiterhin liegt.
Die „Layer 8“-Wahrheit
Der private Bereich ist laut Google ein eigenes Nutzerprofil, und das erklärt beide Beobachtungen. Zur ersten: „When a user locks the private space, the profile is stopped. While the profile is stopped, apps in the private space are no longer active and can’t perform foreground or background activities, including showing notifications.“ Gesperrt heißt angehalten. Die App ist nicht kaputt, sie läuft nicht, und sie kann es im gesperrten Zustand auch nicht.
Google weiß, dass das wehtun kann, und hat die Warnung an die einzige Stelle gesetzt, an der sie möglich ist: „The private space setup experience warns users that the private space is not suitable for apps that need to perform critical foreground or background activities, such as showing notifications from medical apps. However, apps can’t determine whether or not they’re being used in the private space, so they can’t show a warning to the user for this case.“ Die App kann also nicht einmal erkennen, wo sie läuft, und deshalb auch nicht warnen. Wer den Hinweis beim Einrichten weggeklickt hat, bekommt ihn von der App nicht noch einmal.
Zum zweiten Irrtum ist die Dokumentation ebenso eindeutig: „Users can’t move existing apps and their data into the private space. Instead, users select an install option in the private space to install an app using whichever app store they prefer. Apps in the private space are installed as separate copies from any apps in the main space (new copies of the same app).“ Es gibt kein Verschieben. Es gibt eine zweite Installation, mit eigenem Konto, eigenen Daten und eigenen Einstellungen, und die erste Installation bleibt, wo sie war. Nutzerinhalte, Downloads und Konten sind zwischen beiden Bereichen getrennt.
Der private Bereich ist damit ein Werkzeug für Apps, die man bewusst öffnet und danach wegsperrt. Für Apps, die von sich aus sprechen sollen, ist er der falsche Ort, und das steht so in der Dokumentation, nur nicht in der App, weil die App es nicht wissen kann.