Der Drucker ist plötzlich offline? Meist hat er per DHCP eine neue IP bekommen, während der PC die alte anspricht — eine feste IP löst es.
Aufwand:
ca. 25 Min.
Voraussetzung:
Zugang zur Router-Oberfläche
Das Symptom
Der Netzwerkdrucker war eingerichtet und hat problemlos gedruckt — und ist eines
Tages plötzlich offline: Druckaufträge bleiben in der Warteschlange hängen, der
Rechner meldet den Drucker als nicht erreichbar. Dabei steht der Drucker
eingeschaltet und betriebsbereit am selben Platz wie immer.
Die „Layer 8“-Wahrheit
Der Drucker verdient seinen eigenen Schweregrad, und dieser Fehler zeigt einen seiner
liebsten Streiche. Fast jeder Netzwerkdrucker bekommt seine Adresse automatisch vom
Router zugeteilt — praktisch bei der Einrichtung, tückisch auf Dauer, denn diese
Adresse ist nicht in Stein gemeißelt. Sie ist, im Wortlaut des Standards, eine
Leihe auf Zeit — ausdrücklich dafür gemacht, dieselbe Adresse später an ein anderes
Gerät weiterzugeben. Nach einem Neustart, einem Stromausfall oder schlicht nach
Ablauf der Frist kann der Router dem Drucker also eine neue Adresse geben, und
abgelaufene Leihen werden laut Standard wiederverwendet. Der Rechner aber hat sich
bei der Einrichtung die damalige Adresse fest gemerkt und klopft weiter an dieser
alten Tür — hinter der nun niemand mehr wohnt. Der Drucker ist quicklebendig, nur
unter einer neuen Anschrift.
Deshalb ist die schnelle Reparatur, dem Rechner die neue Adresse mitzuteilen, und die
dauerhafte Lösung, dem Drucker eine feste Adresse zu verpassen — am besten als
Reservierung im Router. Auch dafür ist im Standard eine Betriebsart vorgesehen: Die
Adresse legt der Betreiber des Netzes fest, DHCP reicht sie nur noch durch. Solange
diese Reservierung steht, ist Ruhe. Und wo der Drucker sich über seinen
gleichbleibenden Netzwerknamen ansprechen lässt, ist die kleine Zahlenverschiebung
folgenlos — vorausgesetzt, die Namensauflösung im Heimnetz tut ihrerseits, was sie
soll. Das ist bei Druckern erfahrungsgemäß keine Selbstverständlichkeit.
Die echte, verifizierte Lösung
1000 % faktenbasiert. Jeder Befehl ist real, jeder Pfad existiert. Schritt für Schritt:
1.
Die Ursache verstehen
Der Drucker bekommt seine IP-Adresse meist automatisch vom Router. Genau so ist DHCP gebaut: Der Standard beschreibt es als Zuteilung einer Adresse für eine befristete Leihe, die eine spätere Weitergabe derselben Adresse an andere Geräte ausdrücklich zulässt. Der Server versucht zwar, jedem Gerät immer wieder dieselbe Adresse zu geben — versprochen ist es aber nicht, und abgelaufene Leihen werden wiederverwendet. Der Druckeranschluss auf dem Rechner steht dagegen fest auf der alten Zahl und findet dort niemanden mehr. Ergebnis: Der Drucker gilt als offline, obwohl er läuft.
2.
Die aktuelle Adresse des Druckers finden
Am Drucker selbst über das Display oder einen Testausdruck die aktuelle IP-Adresse auslesen, oder in der Router-Oberfläche in der Geräteliste nachsehen. Diese Adresse ist der Schlüssel — in einem üblichen Heimnetz hat sich dabei meist nur die letzte Zahl verschoben, weil alle Geräte aus demselben kleinen Adressbereich bedient werden.
3.
Den Druckeranschluss aktualisieren
In den Druckereigenschaften am Rechner unter den Anschlüssen den TCP/IP-Port auf die neue Adresse ändern. Danach findet der Rechner den Drucker wieder. Das ist die schnelle Reparatur — verhindert aber nicht, dass sich die Adresse erneut ändert.
4.
Dem Drucker eine feste Adresse geben
Die dauerhafte Lösung: Dem Drucker eine feste IP-Adresse zuweisen. Am elegantesten im Router als Reservierung über die Gerätekennung des Druckers. Der Standard kennt diesen Fall als dritte Betriebsart neben der automatischen und der dynamischen Zuteilung: Die Adresse wird vom Betreiber des Netzes festgelegt, DHCP teilt sie dem Gerät nur noch mit. Der Drucker behält sie dann, solange die Reservierung besteht — ohne dass am Gerät selbst etwas hart eingestellt werden muss.
5.
Alternativ über den Namen drucken
Manche Drucker lassen sich statt über die wechselnde IP-Adresse über ihren gleichbleibenden Netzwerknamen ansprechen. Das verschiebt das Problem allerdings nur eine Ebene tiefer: Es funktioniert genau so lange, wie die Namensauflösung im Heimnetz funktioniert. Wo sie das zuverlässig tut, ist ein Adresswechsel folgenlos; wo nicht, ist man mit der Reservierung besser bedient.
Häufige Fragen (FAQ)
?Der Drucker ist an und im WLAN, Windows sagt trotzdem offline. Warum?
Weil Windows den Drucker über eine feste IP-Adresse anspricht, die er beim letzten Einrichten hatte. Vergibt der Router nach einem Neustart eine andere, sucht Windows an der alten Adresse weiter – dort antwortet niemand. Der Drucker ist erreichbar, nur nicht dort, wo man ihn ruft.
?Wie verhindere ich das dauerhaft?
Geben Sie dem Drucker im Router eine feste Adresse – in der Geräteliste heißt das meist immer dieselbe IP zuweisen. Alternativ richten Sie den Drucker über seinen Netzwerknamen statt über die IP ein; dann ist eine wechselnde Adresse folgenlos.
Belege
Diese Seite ist gegen die folgenden Primärquellen geprüft – Hersteller, Standard oder Gesetzestext. Wer es nicht glaubt, muss es nicht: Da steht, wo es nachzulesen ist.
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