Fedora: akmod-nvidia installiert, trotzdem kein Nvidia-Treiber
Nach der Installation von akmod-nvidia startet Fedora ohne Nvidia-Treiber? Oft ist das Kernelmodul beim Neustart noch nicht fertig gebaut. akmods baut es.
Aufwand:
ca. 15 Min.
Voraussetzung:
Terminal, sudo-Rechte
Das Symptom
Du hast auf Fedora brav akmod-nvidia installiert, das Terminal meldete keinen
Fehler, also: Neustart. Und dann sitzt du vor einer mickrigen Auflösung, das Bild
ruckelt oder bleibt gleich ganz dunkel – von deiner teuren Grafikkarte keine Spur.
lsmod | grep nvidia liefert nichts zurück. Der Treiber, den du gerade
installiert hast, scheint gar nicht da zu sein.
Die „Layer 8“-Wahrheit
akmod-nvidia liefert kein fertiges Kernelmodul – es liefert die Bauanleitung.
Das eigentliche Modul wird nach der Installation lokal gegen deinen aktuellen
Kernel kompiliert, und dieser Bau braucht ein paar Minuten. Wer in diesem Fenster
sofort neu startet, bootet in ein System, in dem das Nvidia-Modul schlicht noch
nicht existiert – kein Fehler, nur schlechtes Timing. Das System greift dann zum
generischen Treiber, und der kann deine Karte nicht ausfahren. Die Lösung ist
weder Panik noch Neuinstallation, sondern der Blick auf den Bauprozess: Findet
modinfo nvidia das Modul noch nicht, mit akmods --force von Hand anstoßen und
warten, bis es steht. Genau derselbe Mechanismus greift nach jedem Kernel-Update,
denn dann muss das Modul erneut gebaut werden. Existiert das Modul dagegen bereits,
wird aber trotzdem nicht geladen, ist der nächste Verdächtige Secure Boot, das
unsignierte Module abweist. Zwei verschiedene Ursachen, ein identisches Symptom –
und beide haben nichts damit zu tun, dass „Nvidia unter Linux nicht geht“.
Die echte, verifizierte Lösung
1000 % faktenbasiert. Jeder Befehl ist real, jeder Pfad existiert. Schritt für Schritt:
1.
Prüfen, ob das Modul überhaupt schon existiert
Zuerst feststellen, ob akmod das Modul für den laufenden Kernel bereits gebaut hat. Findet modinfo nichts, ist der Bau schlicht noch nicht fertig – dann hilft kein weiterer Neustart, sondern nur Warten oder Anstoßen:
modinfo nvidia
2.
Den Bau von Hand erzwingen
Statt auf den Hintergrundprozess zu warten, lässt sich der Modulbau direkt anstoßen. akmods baut die Module für den aktuellen Kernel neu; das --force überschreibt dabei auch einen zuvor fehlgeschlagenen Versuch:
sudo akmods --force
3.
Die Installation auf Vollständigkeit prüfen
Fehlt ein Paket, kann der Bau gar nicht gelingen. Sicherstellen, dass Treiber und Kernel-Header vorhanden sind. akmod-nvidia zieht die nötigen Bausteine mit, ein erneuter Aufruf zeigt zuverlässig, ob wirklich alles installiert ist:
Ist das Modul gebaut, sollte es nach einem Neustart geladen sein. Taucht es in der Liste der geladenen Module auf, hat der Treiber übernommen. Bleibt die Liste leer, obwohl modinfo das Modul findet, ist der nächste Verdächtige Secure Boot:
lsmod | grep nvidia
5.
Secure Boot als zweite mögliche Ursache ausschließen
Existiert das Modul, wird aber nicht geladen, blockiert oft Secure Boot das unsignierte Kernelmodul. Dieser Befehl zeigt, ob Secure Boot aktiv ist. Wenn ja, muss das Modul per MOK signiert und der Schlüssel eingetragen werden – das ist ein eigenes Thema, aber die logische nächste Station.
mokutil --sb-state
Häufige Fragen (FAQ)
?Ich habe akmod-nvidia installiert und sofort neu gestartet – warum kein Treiber?
Weil akmod das Kernelmodul nicht mitliefert, sondern es lokal gegen deinen laufenden Kernel baut. Dieser Bau dauert je nach Rechner einige Minuten und läuft nach der Installation im Hintergrund. Wer sofort neu startet, bootet in ein System, in dem das Nvidia-Modul schlicht noch nicht existiert – und landet beim generischen Treiber oder einer niedrigen Auflösung. Ein paar Minuten warten oder den Bau von Hand anstoßen löst das meist schon.
?Woran erkenne ich, ob es am Bau liegt oder an Secure Boot?
Am Symptom. Ist das Modul noch nicht gebaut, findet 'modinfo nvidia' es gar nicht erst. Ist es gebaut, aber Secure Boot lehnt es ab, existiert das Modul – nur das Laden scheitert mit 'Required key not available', weil die Firmware ein unsigniertes Modul verweigert. 'mokutil --sb-state' zeigt, ob Secure Boot aktiv ist. Beide Fälle sehen an der Oberfläche gleich aus, haben aber verschiedene Ursachen und verschiedene Lösungen.
Belege
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