Das Symptom
Der Apple Pencil hängt magnetisch am iPad oder steckt im Anschluss, und es passiert nichts. Kein Hinweis, kein Pair-Knopf, keine Linie in der Notizen-App. Oder, die zweite Variante: Gestern hat der Stift noch geschrieben, heute nach einem Neustart des iPads reagiert er nicht mehr, obwohl er voll geladen sein müsste.
In beiden Fällen liegt der Verdacht nahe, der Stift sei defekt. Er wird geschüttelt, an das andere Ende des iPads gehalten, in der Bluetooth-Liste gesucht. Manchmal wird schon ein neuer bestellt. Dabei steckt hinter dem ersten Fall häufig eine Modellfrage und hinter dem zweiten eine Regel, die Apple ausdrücklich so beschreibt.
Die „Layer 8“-Wahrheit
Es gibt nicht den Apple Pencil, sondern vier: die 1. Generation, die 2. Generation, den Apple Pencil (USB-C) und den Apple Pencil Pro. Apple führt für jedes Modell eine eigene Liste der iPads, mit denen es zusammenarbeitet, und die Listen überschneiden sich nur teilweise. Der Einstieg der Seite lautet entsprechend nüchtern: „Find out which Apple Pencil (sold separately) works with your iPad.“
Die Listen haben Fallen. Der Pencil Pro funktioniert laut Apple mit iPad mini (A17 Pro), iPad Air 11 und 13 Zoll mit M2, M3 und M4 sowie iPad Pro 11 und 13 Zoll mit M4 und M5, aber nicht mit den älteren iPad-Pro-Modellen, die in der Liste der 2. Generation stehen. Umgekehrt fehlt die 2. Generation bei allen neueren iPad-Air-Modellen ab M2 und beim iPad Pro mit M4 und M5. Und das iPad (A16) steht nur beim Pencil der 1. Generation und beim Pencil (USB-C). Wer also den Stift vom alten iPad weiterverwenden will, prüft besser, ob sein neues Gerät auf derselben Liste steht. Apple setzt genau das an den Anfang seines Hilfeartikels zu Kopplungsproblemen, noch vor jeden technischen Handgriff.
Der zweite Fall ist keine Störung, sondern dokumentiertes Verhalten. Die 1. Generation und der Pencil (USB-C) werden per Stecker oder Kabel gekoppelt, und für beide gilt: „Apple Pencil stays paired until you restart your iPad, turn off Bluetooth, or pair with another iPad.“ Ein Neustart nach einem Update, ein kurz ausgeschaltetes Bluetooth im Flugzeug oder ein Test am iPad eines Kollegen lösen die Kopplung also planmäßig. Der Stift ist danach nicht kaputt, er muss nur wieder angesteckt und gekoppelt werden. Bei der 2. Generation und beim Pro geschieht das Koppeln dagegen durch bloßes Anlegen an den Magnetanschluss.
Bleibt der Pair-Knopf trotz passender Kombination aus, nennt Apple eine Reihenfolge, die sich lohnt: Bluetooth einschalten, den Stift in der Bluetooth-Liste vergessen lassen, erneut verbinden, dann eine Minute laden lassen, weil ein leerer Akku die Kopplung zunächst verhindert. Bei Apple Pencil Pro und 2. Generation kommt ein Punkt hinzu, an den kaum jemand denkt: „If your Apple Pencil Pro or Apple Pencil (2nd generation) still does not pair, remove any cases or covers from the iPad, then try to pair again.“ Die Hülle, die das iPad schützen soll, kann also genau dort im Weg sein, wo der Stift andocken muss.
Für das iPad (10. Generation) und das iPad (A16) gilt eine Besonderheit: Der Pencil der
- Generation hat einen Lightning-Stecker, diese iPads einen USB-C-Anschluss. Apple beschreibt für die Kopplung ausdrücklich den USB-C to Apple Pencil Adapter und nennt ihn im Hilfeartikel für das iPad (10. Generation) „the required USB-C to Apple Pencil Adapter“. Einen Weg ohne Adapter beschreibt Apple für diese Kombination nicht. Die Reihenfolge der Fehlersuche ist also immer dieselbe: erst die Liste, dann der Anschluss, dann Bluetooth und Akku, ganz zuletzt der Verdacht auf einen Defekt.