Mit Repeater ist der Empfang besser, das Internet aber langsamer. Ein einfacher Repeater muss jedes Paket zweimal funken – das kostet die Hälfte.
Aufwand:
ca. 30 Min.
Voraussetzung:
Zugang zur Router-Oberfläche
Das Symptom
Der Repeater steht, die Balken sind voll, das Funkloch ist weg – und trotzdem
fühlt sich das Internet zäh an. Ein Geschwindigkeitstest bestätigt es: Über den
Repeater kommt nur ein Bruchteil dessen an, was direkt am Router gemessen wird.
Die „Layer 8“-Wahrheit
Volle Balken sind kein Versprechen auf Geschwindigkeit. Sie sagen aus, wie gut das
Handy den Repeater hört – und über die eigentlich interessante Strecke, nämlich die
zwischen Repeater und Router, sagen sie exakt nichts.
Der Kern des Problems ist Physik, nicht Konfiguration. Ein einfacher Repeater hat
ein Funkmodul und eine Frequenz. Er empfängt ein Paket vom Router und muss es dann
erneut aussenden, um es an das Endgerät weiterzureichen – auf demselben Kanal, im
selben Medium. WLAN ist aber ein geteiltes Medium: Zu jedem Zeitpunkt kann nur einer
senden. Jedes Paket belegt die Luft also zweimal statt einmal. Das Ergebnis ist
keine Einstellungssache, sondern eine Rechnung: Es bleibt etwa die Hälfte übrig. Wer
zwei Repeater in Reihe schaltet, landet bei einem Viertel.
Es gibt genau zwei Auswege. Entweder der zweite Zugangspunkt bekommt sein eigenes
Funkband für die Verbindung zum Router – dann konkurriert der Rückweg nicht mit den
Endgeräten. Oder, deutlich besser: Er wird verkabelt. Ein Netzwerkkabel ist die
unromantischste und wirksamste WLAN-Optimierung, die es gibt.
Die echte, verifizierte Lösung
1000 % faktenbasiert. Jeder Befehl ist real, jeder Pfad existiert. Schritt für Schritt:
1.
Den Repeater richtig platzieren
Ein Repeater gehört auf halbe Strecke zwischen Router und Funkloch – dorthin, wo das Signal des Routers noch kräftig ist. Steht er dort, wo es schon schwach ist, verstärkt er ein schlechtes Signal und macht es damit nicht besser, nur weiter.
2.
Die Halbierung akzeptieren oder umgehen
Ein Repeater mit nur einem Funkmodul empfängt jedes Paket und sendet es erneut – über dieselbe Frequenz. Die verfügbare Sendezeit teilt sich damit auf zwei Übertragungen auf. Der Durchsatz halbiert sich, und daran ändert keine Einstellung etwas.
3.
Auf eine Anbindung mit eigenem Funkband setzen
Geräte, die ein separates Funkband für die Verbindung zum Router nutzen, umgehen das Problem: Der Rückweg belegt nicht dieselbe Sendezeit wie der Weg zum Endgerät. Das ist der technische Kern von brauchbaren Mesh-Systemen.
4.
Kabel schlägt Funk
Die mit Abstand beste Lösung ist eine kabelgebundene Anbindung des zweiten Zugangspunkts – per Netzwerkkabel oder notfalls über die Stromleitung. Dann muss überhaupt nichts doppelt gefunkt werden, und der volle Durchsatz bleibt erhalten.
5.
Nicht mehrere Repeater hintereinander hängen
Jede weitere Funkstufe halbiert erneut. Zwei hintereinandergeschaltete Repeater lassen von der ursprünglichen Geschwindigkeit rechnerisch ein Viertel übrig. Wer so das ganze Haus versorgen will, baut sich ein sehr großes, sehr langsames Netz.
Häufige Fragen (FAQ)
?Warum zeigt mein Handy vollen Empfang, ist aber trotzdem langsam?
Weil die Balken nur die Signalstärke zum Repeater anzeigen, nicht die Qualität der Strecke dahinter. Der Repeater kann perfekt zu hören sein und trotzdem eine miserable Verbindung zum Router haben – oder eben jedes Paket zweimal senden müssen.
?Ist ein Mesh-System besser als ein Repeater?
Wenn es die Anbindung über ein eigenes Funkband oder über Kabel herstellt, ja – deutlich. Ein Mesh-System, das seine Knoten über dasselbe Band anbindet wie die Endgeräte, hat dagegen genau dasselbe Problem, nur mit hübscherer App.
Belege
Diese Seite ist gegen die folgenden Primärquellen geprüft – Hersteller, Standard oder Gesetzestext. Wer es nicht glaubt, muss es nicht: Da steht, wo es nachzulesen ist.
Ein Satellit im Mesh fällt immer wieder ab? Fast immer steht er zu weit weg: Die Rückverbindung zum Hauptrouter ist zu schwach, nicht das Gerät defekt.
Im Nebenraum ist das WLAN lahm, obwohl ein Zugangspunkt nebenan steht? Das Gerät hält stur am alten, schwachen Sender fest — ein bekanntes Roaming-Problem.