Das Symptom
Ein Problem besteht hartnäckig fort. Der Rechner wurde heruntergefahren, ausgeschaltet,
wieder eingeschaltet – und das Problem ist immer noch da. Dann startet man ihn einfach
neu, und plötzlich ist alles in Ordnung. Das ergibt keinen Sinn.
Die „Layer 8“-Wahrheit
Es ergibt vollkommen Sinn, sobald man weiß, dass Herunterfahren bei Windows seit Jahren
nicht mehr das bedeutet, was jeder darunter versteht.
Bei aktiviertem Schnellstart – und der ist standardmäßig an – meldet Windows beim
Herunterfahren zwar alle Benutzer ab, schreibt danach aber den Systemkern samt geladener
Treiber in eine Datei auf die Festplatte. Beim nächsten Einschalten wird dieser Zustand
nicht neu aufgebaut, sondern wieder eingelesen. Das spart Sekunden beim Start und ist
technisch clever. Es bedeutet aber: Was auch immer im Systemkern schiefgelaufen ist, wird
sauber eingefroren, aufbewahrt und beim Einschalten wieder aufgetaut.
Der Neustart hingegen tut, was er verspricht: Er fährt das System vollständig neu hoch,
ohne den gespeicherten Zustand. Deshalb ist der Rat „Haben Sie schon neu gestartet?“
technisch etwas völlig anderes als „Haben Sie ihn mal aus- und wieder eingeschaltet?“ –
und deshalb funktioniert ausgerechnet der Ratschlag, der nach der faulen Ausrede des
Supports klingt, tatsächlich besser als der gründlich wirkende.
Richtig ernst wird die Sache bei einem zweiten Betriebssystem auf demselben Rechner. Der
Schnellstart hinterlässt die Windows-Partition in einem als noch benutzt markierten
Zustand. Wer von Linux aus schreibend darauf zugreift, kann sich das Dateisystem
zerlegen. Bei Dualboot ist das Abschalten dieser Funktion keine Geschmacksfrage.
Die echte, verifizierte Lösung
1000 % faktenbasiert. Jeder Befehl ist real, jeder Pfad existiert. Schritt für Schritt:
1.Das Verhalten verstehen
Beim aktivierten Schnellstart meldet Windows die Benutzer ab, schreibt aber den Systemkern und die Treiber in eine Datei und lädt sie beim nächsten Start wieder ein. Das ist kein vollständiges Herunterfahren, sondern ein Ruhezustand für den Systemkern.
2.Erkennen, warum ein Neustart hilft
Ein Neustart führt einen echten, vollständigen Startvorgang durch – der Schnellstart wird dabei umgangen. Genau deshalb löst ein Neustart Probleme, die nach dem Herunterfahren und Wiedereinschalten bestehen bleiben. Das klingt widersinnig und ist der Kern dieses Fehlers.
3.Für die Fehlersuche neu starten statt herunterzufahren
Wer einen Treiber- oder Hardwarefehler untersucht, muss neu starten. Ein Herunterfahren und Einschalten lädt möglicherweise denselben fehlerhaften Zustand wieder ein, den man gerade beseitigen wollte.
4.Den Schnellstart abschalten, wenn er stört
In den Energieoptionen unter der Auswahl, was beim Drücken des Netzschalters geschehen soll, lässt sich der Schnellstart deaktivieren. Der Start dauert danach etwas länger – dafür bedeutet Herunterfahren wieder Herunterfahren.
5.Bei Dualboot unbedingt deaktivieren
Das ist der wichtigste Punkt. Beim Schnellstart bleibt das Dateisystem der Windows-Partition in einem als benutzt markierten Zustand. Greift ein parallel installiertes Linux dann schreibend darauf zu, kann das Dateisystem beschädigt werden. Bei Dualboot gehört der Schnellstart aus.
6.Erzwungenes vollständiges Herunterfahren
Ohne die Einstellung zu ändern, lässt sich ein echtes Herunterfahren auch von Hand auslösen.
shutdown /s /f /t 0