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Windows Sandbox: nach dem Schließen ist alles weg

Programme eingerichtet, Dateien gespeichert, Fenster zu, alles weg: Die Windows Sandbox ist eine Wegwerfumgebung. Was bleibt, muss vorher raus.

Aufwand:
ca. 20 Min.
Voraussetzung:
Windows 10 oder 11 in der Edition Pro, Enterprise, Pro Education/SE oder Education, Ein Texteditor für die .wsb-Konfigurationsdatei, Ein vorhandener Ordner auf dem Host als Ablage
Gilt für:
Windows 11 und Windows 10 in den Editionen Pro, Enterprise, Pro Education/SE und Education (Microsoft Learn, Seitenstand 29.03.2026), Windows Home: laut Microsoft nicht unterstützt

Das Symptom

Ein Programm soll getestet werden, also wird es in der Windows Sandbox installiert, mühsam eingerichtet, mit Testdaten gefüttert. Ein paar Dateien entstehen, eine Konfiguration sitzt endlich. Abends wird das Fenster geschlossen, ein Dialog fragt irgendetwas, OK. Am nächsten Morgen startet die Sandbox wieder, und sie ist leer. Keine Installation, keine Dateien, kein Verlauf. Die Suche nach einem Wiederherstellungspunkt oder dem Speicherort der Sandbox-Festplatte bleibt ergebnislos.

Verwandte Überraschungen kommen gleich mit: Das auf dem Rechner installierte Office fehlt in der Sandbox. Eine zweite Sandbox für ein anderes Projekt lässt sich nicht parallel öffnen. Und auf dem privaten Notebook mit Windows Home ist die Funktion gar nicht erst zu finden, egal, wo man sucht.

Die „Layer 8“-Wahrheit

Die Windows Sandbox tut genau das, was auf der Packung steht. Microsoft beschreibt sie als Wegwerfumgebung, und zwar ohne jede Einschränkung: „The sandbox is temporary; closing it deletes all software, files, and state. Each launch provides a fresh instance.“ In der Merkmalsliste heißt es unter „Disposable“ noch deutlicher: „Nothing persists on the device.“ Der Dialog beim Schließen war keine Formalie, sondern laut Microsoft die Frage, ob der gesamte Inhalt der Sandbox gelöscht werden soll. Wer dort OK klickt, hat die Löschung bestellt und bekommen.

Der Denkfehler liegt im Wort Sandbox. Es klingt nach einer abgeschotteten Ecke des eigenen Systems, die man aufräumt, wenn man Lust hat. Tatsächlich ist es eine kleine virtuelle Maschine, die bei jedem Start neu aufgesetzt wird. Deshalb fehlt auch das Office vom Host: „Host-installed software isn’t available in the sandbox.“ Und deshalb gibt es nichts wiederherzustellen, denn es gibt keinen Zustand, der aufbewahrt würde. Die einzige Ausnahme ist schmal: Ab Windows 11, Version 22H2, überstehen Daten einen Neustart, der innerhalb der Sandbox ausgelöst wird. Das Schließen des Fensters ist kein solcher Neustart.

Wer Ergebnisse behalten will, muss sie vorher hinausbringen. Der vorgesehene Weg ist ein eingebundener Host-Ordner in einer .wsb-Konfigurationsdatei. Microsoft schreibt dazu klar: „Changes made during a Sandbox session to a mapped folder with write-permissions will persist after a Sandbox is disposed.“ Das ist zugleich die Warnung, denn derselbe Ordner ist ein Weg zurück auf den Host. Wer die Sandbox für verdächtige Dateien nutzt, bindet den Ordner deshalb schreibgeschützt ein und schaltet das standardmäßig aktive Netzwerk ab.

Zwei Grenzen gehören ebenfalls dazu. Es läuft immer nur eine Instanz gleichzeitig. Und auf Windows Home gibt es die Funktion nicht: „Windows Sandbox is currently not supported on Windows Home edition.“ Wer also eine Umgebung braucht, die bleibt, mehrfach existiert oder auf einer Home-Edition läuft, braucht keine reparierte Sandbox, sondern ein anderes Werkzeug.

Die echte, verifizierte Lösung

1000 % faktenbasiert. Jeder Befehl ist real, jeder Pfad existiert. Schritt für Schritt:

  1. 1.

    Die Sandbox als Wegwerfumgebung verstehen

    Jeder Start der Windows Sandbox liefert laut Microsoft eine frische Instanz, sauber wie eine neue Windows-Installation. Programme vom Host sind nicht da, und beim Schließen werden Software, Dateien und Zustand gelöscht. Das ist kein Fehler und keine Einstellung, die man abschalten kann, sondern der Zweck der Funktion: unbekannte Dateien und Programme ausprobieren, ohne dass etwas davon auf dem eigenen System zurückbleibt.

  2. 2.

    Einen Host-Ordner als Ablage einbinden

    Was die Sitzung überleben soll, gehört in einen eingebundenen Host-Ordner. Microsoft schreibt dazu: Änderungen in einem eingebundenen Ordner mit Schreibrecht bleiben nach dem Verwerfen der Sandbox erhalten. Dafür wird eine Textdatei mit der Endung .wsb angelegt und per Doppelklick gestartet. Der Host-Ordner muss vorher existieren, sonst startet die Sandbox nicht, und relative Pfade werden derzeit nicht unterstützt. Ohne Zielangabe landet der Ordner auf dem Desktop des Sandbox-Benutzers.

    <Configuration>
      <MappedFolders>
        <MappedFolder>
          <HostFolder>C:\Sandbox-Ablage</HostFolder>
          <ReadOnly>false</ReadOnly>
        </MappedFolder>
      </MappedFolders>
    </Configuration>
    
  3. 3.

    Ergebnisse vor dem Schließen in Sicherheit bringen

    Bevor das Fenster geschlossen wird, gehört alles, was bleiben soll, in den eingebundenen Ordner. Alternativ funktioniert die Zwischenablage: Laut Microsoft ist die Umleitung der Zwischenablage standardmäßig aktiv, sodass Text und Dateien zwischen Host und Sandbox hin und her kopiert werden können. Der Bestätigungsdialog beim Schließen ist die letzte Gelegenheit; wer ihn mit OK bestätigt, löscht den gesamten Inhalt der Sandbox.

  4. 4.

    Für unbekannte Dateien die Sandbox abdichten

    Die Sandbox hat standardmäßig Netzwerkzugang, und Microsoft weist darauf hin, dass das nicht vertrauenswürdige Programme dem internen Netz aussetzen kann. Wer einen verdächtigen Anhang prüft, schaltet in der .wsb-Datei das Netzwerk mit dem Wert Disable ab und bindet den Ordner mit der Datei schreibgeschützt ein, also mit ReadOnly auf true. Ein eingebundener Ordner mit Schreibrecht ist ein Weg zurück auf den Host, auch für Schadsoftware.

  5. 5.

    Für Bleibendes eine richtige VM nehmen

    Wer eine Testumgebung über Tage pflegen, mehrere parallel betreiben oder Einstellungen dauerhaft behalten will, ist bei der Sandbox falsch. Microsoft beschreibt sie ausdrücklich als Wegwerf-VM mit schnellem Start und kleinem Speicherbedarf im Vergleich zu vollwertigen VMs, und gleichzeitig läuft immer nur eine Instanz. Für dauerhafte Umgebungen ist eine vollwertige virtuelle Maschine das passende Werkzeug.

Häufige Fragen (FAQ)

?Kann ich den Inhalt einer geschlossenen Sandbox wiederherstellen?

Nein, und das ist das Konzept. Microsoft beschreibt die Sandbox als temporär: „The sandbox is temporary; closing it deletes all software, files, and state.“ Unter den Merkmalen steht zusätzlich: „Everything is discarded when the user closes the application.“ Beim Schließen fragt ein Dialog laut Microsoft ausdrücklich nach, ob der gesamte Inhalt gelöscht werden soll. Wer dort auf OK klickt, hat die Löschung bestätigt. Erhalten bleibt nur, was vorher in einen eingebundenen Host-Ordner mit Schreibrecht kopiert oder über die Zwischenablage auf den Host geholt wurde.

?Warum fehlen in der Sandbox meine installierten Programme?

Weil die Sandbox bei jedem Start eine frische Windows-Umgebung ist, nicht eine Kopie des eigenen Systems. Microsoft schreibt: „Host-installed software isn't available in the sandbox.“ Und weiter: „Applications needed within the sandbox must be installed there explicitly.“ Das gilt für das Office-Paket genauso wie für den eigenen Lieblingseditor. Was in der Sandbox gebraucht wird, muss dort bei jedem Start neu installiert werden, notfalls automatisiert über einen Anmeldebefehl in der Konfigurationsdatei.

?Ich finde die Windows Sandbox auf meinem Rechner nicht. Ist Windows kaputt?

Wahrscheinlich nicht, sondern die Edition passt nicht. Microsoft listet als unterstützte Editionen Windows Pro, Enterprise, Pro Education/SE und Education und schreibt in einer eigenen Notiz: „Windows Sandbox is currently not supported on Windows Home edition.“ Auf einem Rechner mit Windows Home fehlt die Funktion also nicht wegen eines Fehlers, sondern weil sie dort nicht vorgesehen ist. Abhilfe ist dann ein Wechsel der Edition, nicht die Suche nach einem versteckten Schalter.

?Überlebt die Sandbox wenigstens einen Neustart?

Ein Neustart innerhalb der Sandbox ja, das Schließen des Fensters nein. Microsoft schreibt: „Starting with Windows 11, version 22H2, data persists through restarts initiated within the sandbox“, gedacht für Programme, die bei der Installation einen Neustart verlangen. Das ist eine Ausnahme für genau diesen Fall und kein Speichern auf Vorrat. Sobald das Sandbox-Fenster geschlossen wird, ist der Inhalt weg, auch auf Windows 11 in neueren Versionen.

?Kann ich mehrere Sandboxen parallel für verschiedene Projekte betreiben?

Nicht gleichzeitig. Microsoft schreibt: „Windows Sandbox currently doesn't allow multiple instances to run simultaneously.“ Kurioserweise empfiehlt dieselbe Seite kurz davor, für verschiedene Entwicklungsumgebungen mehrere Sandboxen zu pflegen, etwa eine pro Python-Version. Sinnvoll lesen lässt sich das nur als nacheinander gestartete Sandboxen mit jeweils eigener Konfigurationsdatei, denn dauerhaft gepflegt wird in einer Sandbox ohnehin nichts. Wer parallele, bleibende Umgebungen braucht, ist mit vollwertigen virtuellen Maschinen besser bedient.

Belege

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