Das Symptom
Ein unbedachte Handbewegung, und der Kaffee steht nicht mehr in der Tasse, sondern in der Tastatur. Bei einer externen Tastatur ein Ärgernis. Bei einem Laptop ein Notfall, denn dort liegt unter den Tasten direkt die Hauptplatine.
Die „Layer 8“-Wahrheit
Was jetzt in den nächsten sechzig Sekunden passiert, entscheidet über die Rechnung. Und der häufigste Fehler ist ausgerechnet der besonnene: ordentlich herunterfahren, damit nichts verloren geht.
Das ist falsch. Der Feind ist nicht der Datenverlust, der Feind ist der Strom. Eine leitende Flüssigkeit auf einer stromführenden Platine erzeugt Kurzschlüsse zwischen Bauteilen, die nie miteinander verbunden sein sollten – und zwar so lange, wie Spannung anliegt. Ein Herunterfahren dauert dreißig Sekunden. Das sind dreißig Sekunden, in denen die Zerstörung weitergeht. Also: Taste gedrückt halten, hart ausschalten, Netzteil raus, Akku raus, wenn er sich entfernen lässt.
Danach beginnt der Teil, der Geduld verlangt und deshalb fast immer vermasselt wird: Man darf das Gerät nicht einschalten, um zu sehen, ob es noch geht. Ein noch feuchtes Gerät zerstört sich beim Einschalten selbst – der Test ist also die Ursache des Schadens, den er messen soll. Und der Föhn hilft nicht, er treibt die Flüssigkeit tiefer. Reis hilft auch nicht, er hinterlässt Stärkestaub.
Ein letzter, ernüchternder Punkt: Klares Wasser ist verhältnismäßig gnädig. Zucker ist es nicht. Nach einer Cola oder einem gesüßten Kaffee bleiben leitende, korrosive Rückstände zurück, die auch nach dem Trocknen weiterarbeiten. Ein Gerät, das danach wieder läuft, kann Wochen später an einer durchkorrodierten Leiterbahn sterben – und dann ahnt niemand mehr, dass der Kaffee schuld war.