Die Gigabit-Leitung liefert nur 100 Mbit/s? Meist fehlt dem Kabel ein Aderpaar oder eine Ader ist gebrochen — Gigabit braucht alle acht Adern.
Aufwand:
ca. 20 Min.
Voraussetzung:
Zugang zur Router-Oberfläche
Das Symptom
Der Rechner hängt per Netzwerkkabel am Router, aber die Übertragung ist deutlich
langsamer als erwartet — große Dateien zum NAS kriechen dahin, obwohl alle Geräte
Gigabit können sollten. Ein Blick in die Adaptereigenschaften zeigt: Die Verbindung
läuft nur mit 100 Mbit/s.
Die „Layer 8“-Wahrheit
Ein Netzwerkkabel hat acht Adern, verdrillt zu vier Paaren. Der Trick dabei: Die
alte 100-Mbit-Technik braucht nur zwei dieser Paare, Gigabit dagegen alle vier.
Genau das macht den Fehler so tückisch — ist auch nur ein einziges Aderpaar
unterbrochen, ein Draht im Stecker gebrochen oder ein Pin verbogen, fehlen Gigabit
die nötigen Leitungen. Die Verbindung stirbt aber nicht, sie fällt einfach still
auf 100 Mbit/s zurück, weil dafür die verbliebenen zwei Paare genügen.
Deshalb sieht man keinen Fehler, sondern nur eine unerklärlich langsame Verbindung.
Der schnellste Test ist ein anderes, sicher intaktes Kabel: Springt die Geschwindigkeit
damit auf Gigabit, war das alte Kabel oder ein Stecker die Ursache. Erst wenn auch
ein gutes Kabel nur 100 Mbit/s bringt, lohnt der Blick auf den Anschluss selbst —
manche alten Buchsen und Switches können schlicht nicht mehr.
Die echte, verifizierte Lösung
1000 % faktenbasiert. Jeder Befehl ist real, jeder Pfad existiert. Schritt für Schritt:
1.
Die tatsächliche Verbindungsgeschwindigkeit auslesen
In den Netzwerkeinstellungen die ausgehandelte Verbindungsgeschwindigkeit des LAN-Adapters prüfen. Steht dort 100 Mbit/s statt 1 Gbit/s, handeln Gerät und Gegenstelle bewusst die langsamere Stufe aus — meist, weil das Kabel keine höhere zulässt.
2.
Das Kabel und beide Stecker prüfen
Gigabit benötigt alle vier Aderpaare, also alle acht Adern. Ist ein Draht gebrochen, ein Steckerpin verbogen oder das Kabel nur vieradrig verlegt, fällt die Verbindung automatisch auf 100 Mbit/s zurück — dafür reichen zwei Paare. Ein anderes, intaktes Kabel ist der schnellste Test.
3.
Nur zertifizierte Kabel ab Kategorie 5e verwenden
Sehr alte oder billige Kabel schaffen kein Gigabit zuverlässig. Ein Kabel mindestens der Kategorie 5e (Cat 5e), besser Cat 6, in ordentlicher Qualität verwenden. Geknickte oder gequetschte Kabel gehören ersetzt.
4.
Anschluss und Gegenstelle kontrollieren
Prüfen, ob sowohl der Anschluss am Gerät als auch der Port am Router oder Switch überhaupt Gigabit können — manche älteren Switches oder Buchsen sind auf 100 Mbit/s begrenzt. In diesem Fall hilft kein Kabel, sondern nur ein anderer Port.
5.
Kabellänge und Störungen beachten
Ethernet-Kabel sollten 100 Meter nicht überschreiten. Sehr lange Kabel oder eine Verlegung dicht neben Stromleitungen können die Gigabit-Aushandlung scheitern lassen. Kürzere Wege und etwas Abstand zu Störquellen helfen.
Häufige Fragen (FAQ)
?Das Kabel ist Cat 6, trotzdem nur 100 Mbit. Wie kann das sein?
Weil der Aufdruck nichts über den Zustand sagt. Für Gigabit werden alle acht Adern gebraucht, für 100 Mbit nur vier. Ein geknickter Stecker, eine gebrochene Ader oder eine schlecht gecrimpte Buchse legt genau die vier zusätzlichen Adern lahm – die Verbindung fällt still auf 100 Mbit zurück und funktioniert einwandfrei weiter.
?Warum meldet sich kein Fehler, wenn die Geschwindigkeit einbricht?
Weil es aus Sicht des Netzwerks kein Fehler ist. Zwei Geräte handeln immer die höchste gemeinsam mögliche Geschwindigkeit aus. Klappt Gigabit nicht, einigen sie sich eben auf 100 Mbit – das ist eine erfolgreiche Verhandlung, kein Defekt. Deshalb bleibt es oft jahrelang unbemerkt.
Belege
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