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Verschlüsselte Sicherung, Schlüssel mit verloren

Lag der Schlüssel auf dem Rechner, der ausgefallen ist, ist die Sicherung so wertlos wie keine. Das BSI führt genau diesen Fall auf.

Aufwand:
ca. 60 Min.
Voraussetzung:
Ein Ausdruck oder ein getrenntes Medium für den Schlüssel, Zugang zur Verwaltung des Sicherungsprogramms
Gilt für:
BitLocker, FileVault und Time Machine, verschlüsselte Sicherungsarchive allgemein

Das Symptom

Der Rechner ist ausgefallen, gestohlen oder von einem Trojaner erwischt worden. Die Sicherung ist da, vollständig, unbeschädigt, jede Nacht sauber gelaufen. Nur lässt sie sich nicht öffnen. Das Kennwort für das Archiv stand im Passwortmanager auf dem defekten Rechner. Der BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel lag als Textdatei auf dem verschlüsselten Laufwerk. Das Time-Machine-Kennwort kannte nur der Schlüsselbund des Macs, den es nicht mehr gibt.

Die „Layer 8“-Wahrheit

Verschlüsselung verwandelt einen Datenverlust in einen zweiten Datenverlust, wenn man den Schlüssel dorthin legt, wo die Daten liegen. Das ist keine Randbeobachtung, sondern eine der Gefährdungen, die das BSI im Baustein zum Datensicherungskonzept ausdrücklich aufführt: Wird die Datensicherung verschlüsselt und ist bei einem Datenverlust auch der Schlüssel zum Entschlüsseln betroffen, können die Daten nicht wiederhergestellt werden – und genau das sei der Fall, wenn nicht daran gedacht wurde, den Schlüssel getrennt aufzubewahren.

Der Satz beschreibt eine sehr menschliche Bewegung. Man verschlüsselt, weil man verantwortungsvoll ist. Dann braucht man den Schlüssel täglich, also legt man ihn dorthin, wo er bequem erreichbar ist – auf den Rechner. Von da an schützen Sicherung und Schlüssel einander gegenseitig gegen nichts: Beide hängen an demselben Gerät, und dessen Ausfall war der einzige Grund, warum es die Sicherung überhaupt gibt. Die Kette hat zwei Glieder, und beide liegen auf demselben Tisch.

Wie es richtig geht, kann man bei den Herstellern abschauen, weil die es selbstverständlich so machen. Microsoft beschreibt das BitLocker-Wiederherstellungskennwort als 48-stellige Zahl und nennt drei vorgesehene Aufbewahrungsorte: als Textdatei speichern, ausdrucken oder in Microsoft Entra ID beziehungsweise im Active Directory hinterlegen. Alle drei haben eines gemeinsam – sie liegen nicht auf dem Laufwerk, das der Schlüssel aufsperrt. Für einen Haushalt ohne Verzeichnisdienst bleibt davon die altmodischste Variante, und sie ist völlig ausreichend: Ausdrucken und in den Ordner legen, in dem auch die Versicherungsunterlagen liegen.

Der zweite, seltener bedachte Teil betrifft nicht den Schlüssel, sondern das Schloss. Ein Schlüssel nützt nichts, wenn das Programm fehlt, das ihn versteht. Das BSI empfiehlt deshalb, eine Kopie der eingesetzten Softwarelösung zusammen mit den zugehörigen kryptografischen Schlüsseln an einem sicheren Ort zu hinterlegen, damit sich auch nach längerer Zeit noch auf die verschlüsselten Sicherungen zugreifen lässt – und stellt im selben Zusammenhang klar, dass der Schlüssel selbstverständlich anders gesichert werden muss als das Programm. Wer sein Archiv mit einem Nischenwerkzeug in einer bestimmten Version erzeugt hat, sollte deshalb Name, Version und Bezugsquelle mit auf den Zettel schreiben. Das kostet drei Zeilen und erspart in fünf Jahren eine unlösbare Suche.

Und dann bleibt der Punkt, an dem die meisten Vorsorgen scheitern, obwohl alles richtig gemacht wurde: Der notierte Schlüssel wurde nie benutzt. Ein Zahlendreher im Ausdruck, ein Kennwort, das seit dem letzten Wechsel nicht mehr stimmt, ein zweites Geheimnis, an das niemand gedacht hat – all das sieht bis zum Ernstfall aus wie eine vollständige Vorsorge. Die Prüfung dauert zehn Minuten: eine Datei aus der verschlüsselten Sicherung zurückholen, ausschließlich mit dem, was auf dem Papier steht. Erst danach ist der Zettel ein Schlüssel und nicht nur eine Notiz.

Die echte, verifizierte Lösung

1000 % faktenbasiert. Jeder Befehl ist real, jeder Pfad existiert. Schritt für Schritt:

  1. 1.

    Herausfinden, womit die Sicherung überhaupt verschlüsselt ist

    Ein Kennwort im Sicherungsprogramm, eine Laufwerksverschlüsselung des Zielmediums, ein verschlüsselter Container – das sind drei verschiedene Dinge mit drei verschiedenen Geheimnissen, und oft sind zwei davon gleichzeitig im Spiel. Erst wenn die Liste vollständig ist, lässt sich prüfen, ob jedes einzelne Geheimnis irgendwo außerhalb des Rechners existiert.

  2. 2.

    Unter Windows nachsehen, welche Schutzmechanismen aktiv sind

    Für ein mit BitLocker geschütztes Laufwerk zeigt manage-bde alle aktivierten Schlüsselschutzverfahren mit Typ und Kennung an. Damit ist erkennbar, ob überhaupt ein Wiederherstellungskennwort existiert – und nicht nur eine TPM-Bindung, die genau dann nicht mehr hilft, wenn das Mainboard das Zeitliche gesegnet hat. Der Befehl braucht eine Eingabeaufforderung mit Administratorrechten und liest nur.

    manage-bde -protectors -get C:
    
  3. 3.

    Den Schlüssel getrennt vom gesicherten System ablegen

    Das ist der ganze Kern der Sache. Ausgedruckt im Aktenordner, in einem Passwortmanager, dessen Tresor auf einem zweiten Gerät liegt, oder auf einem USB-Stick, der woanders aufbewahrt wird. Nicht auf dem Rechner, nicht auf dem Sicherungsmedium, nicht als Textdatei neben dem Archiv. Das BSI nennt die fehlende getrennte Aufbewahrung ausdrücklich als die Ursache, aus der ein Datenverlust unumkehrbar wird.

  4. 4.

    Auch aufschreiben, womit entschlüsselt wird

    Ein Schlüssel ohne das passende Programm ist eine Zeichenkette. Das BSI empfiehlt deshalb, eine Kopie der eingesetzten Softwarelösung und der zugehörigen kryptografischen Schlüssel an einem sicheren Ort zu hinterlegen, damit sich die Sicherung auch nach längerer Zeit noch öffnen lässt. Auf den Zettel gehören also Name, Version und Bezugsquelle des Programms – nicht nur das Kennwort.

  5. 5.

    Eine zweite Person oder einen zweiten Ort einplanen

    Ein einzelner Ausdruck in einer einzigen Schublade ist wieder ein einzelner Ausfallpunkt, nur diesmal aus Papier. Zwei Ablagen an verschiedenen Orten – Wohnung und Büro, Wohnung und Verwandte, Wohnung und Schließfach – lösen das Problem, ohne dass jemand etwas Neues lernen muss.

  6. 6.

    Den Schlüssel testen, nicht nur besitzen

    Einmal eine Datei aus der verschlüsselten Sicherung zurückholen, ausschließlich mit dem, was auf dem Zettel steht, und ohne die gespeicherten Zugangsdaten des laufenden Rechners zu benutzen. Erst wenn das geklappt hat, ist bewiesen, dass der notierte Schlüssel der richtige ist. Ein abgeschriebener Schlüssel mit einem Zahlendreher sieht bis zu diesem Moment aus wie ein guter.

  7. 7.

    Nach jeder Änderung nachziehen

    Neues Sicherungsprogramm, neues Zielmedium, neu aufgesetztes System, geändertes Kennwort: Jedes Mal ist der Zettel möglicherweise veraltet. Das sind genau die Gelegenheiten, bei denen Sicherungen unbemerkt unbrauchbar werden – nicht durch einen Defekt, sondern durch eine Umstellung, die niemand dokumentiert hat.

Häufige Fragen (FAQ)

?Der Schlüssel liegt in meinem Passwortmanager. Ist das nicht sicher genug?

Es kommt darauf an, wo der Passwortmanager liegt. Steht seine Datenbank auf demselben Rechner, den die Sicherung retten soll, ist der Schlüssel im Schadensfall mit weg. Das BSI beschreibt genau diesen Ablauf: Ist bei einem Datenverlust auch der Schlüssel zum Entschlüsseln der Datensicherung betroffen, können die Daten nicht wiederhergestellt werden – und das sei der Fall, wenn nicht daran gedacht wurde, den Schlüssel getrennt aufzubewahren. Ein Passwortmanager mit synchronisiertem Tresor auf einem zweiten Gerät erfüllt die Bedingung, eine Datei neben der Sicherung nicht.

?Darf der Schlüssel mit auf das Sicherungsmedium?

Der Schlüssel gehört ausdrücklich woandershin. Das BSI beschreibt für Online-Sicherungen den zulässigen Weg, das Verschlüsselungsprogramm selbst unverschlüsselt beim Anbieter zu hinterlegen, und schiebt zum Schlüssel den entscheidenden Halbsatz hinterher: Der Schlüssel muss selbstverständlich anders gesichert werden. Programm und Schlüssel am selben Ort heben die Verschlüsselung praktisch auf; Programm und Schlüssel beide verloren heben die Sicherung auf.

?Wie bewahren die Hersteller selbst so einen Schlüssel auf?

Getrennt vom geschützten Gerät. Microsoft beschreibt das BitLocker-Wiederherstellungskennwort als 48-stellige Zahl und nennt als vorgesehene Ablageorte, sie als Textdatei zu speichern, auszudrucken oder in Microsoft Entra ID beziehungsweise im Active Directory zu hinterlegen. Der Hersteller geht also selbstverständlich davon aus, dass der Schlüssel nicht auf dem verschlüsselten Laufwerk liegt. Für den Privathaushalt ist Ausdrucken die naheliegendste dieser drei Varianten.

Belege

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Auch zu finden unter

Verwandte Fehler

SWSystemzerstörend

Die Sicherung wurde nie zurückgespielt

Eine Sicherung, die niemand je wiederhergestellt hat, ist eine Hoffnung. Das BSI verlangt den Test ausdrücklich – so führt man ihn durch.

SWSystemzerstörendjava.lang.OutOfMemoryError: Java heap space

OutOfMemoryError: Java heap space

Der Java-Prozess läuft gegen sein Speicherlimit. Mehr Heap zu geben ist oft nur ein Pflaster – meist steckt ein Speicherleck dahinter.

SWSystemzerstörendjava.lang.OutOfMemoryError: Metaspace

java.lang.OutOfMemoryError: Metaspace

Der Heap ist halb leer, die JVM stirbt trotzdem. Metaspace liegt im nativen Speicher und hat eine eigene Grenze – ein größerer Heap hilft nicht.