Das Symptom
Eine CSV-Datei wird in Excel geöffnet, und plötzlich stehen in der Spalte Datumswerte, wo vorher Artikelnummern, Kennungen oder Kürzel standen. Führende Nullen sind verschwunden. Der ursprüngliche Wert ist nirgends mehr zu finden.
Die „Layer 8“-Wahrheit
Excel hat hier nichts kaputtgemacht. Excel hat geholfen. Es hat einen Eintrag gesehen, der so ähnlich aussah wie ein Datum, und daraus stillschweigend ein Datum gemacht – ohne zu fragen, ohne zu warnen, und ohne die Möglichkeit, den Originalwert später zurückzuholen. Denn nach dem Speichern ist der Text nicht mehr da. Er wurde ersetzt.
Wie groß dieses Problem ist, zeigt eine Geschichte, die zu absurd klingt, um wahr zu sein, und es trotzdem ist: In der Genforschung heißen bestimmte Gene so, dass Excel sie unweigerlich in Datumswerte umwandelte. Das beschädigte Daten in einer erheblichen Zahl veröffentlichter Studien – reproduzierbar, jahrelang, in begutachteten Fachjournalen. Die Konsequenz war nicht etwa, dass Excel korrigiert wurde. Das zuständige Fachgremium hat mehrere Gene umbenannt. Die Wissenschaft hat sich der Tabellenkalkulation gebeugt.
Die Lehre daraus ist unbequem und eindeutig: Eine CSV mit wichtigen Daten wird nicht per Doppelklick geöffnet. Sie wird über den Importassistenten geladen, mit jeder kritischen Spalte ausdrücklich als Text deklariert – bevor Excel Gelegenheit bekommt, hilfsbereit zu sein.